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Waldemar Wiora
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Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet allgemein die Gefahr von Verlusten, die entstehen, wenn ein Vermögenswert nicht rechtzeitig am Markt gehandelt werden kann. Bei dieser allgemeinen Definition sind drei verschiedene Formen von Liquiditätsrisiken zu unterscheiden. Das Liquiditätsrisiko im engeren Sinn, auch kurzfristiges Liquiditätsrisiko genannt, besteht in der Gefahr, dass ein Kreditinstitut seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr in vollem Umfang nachkommen kann. Es wird also durch ein Defizit bei den Aktiva verursacht.

Ein mittel- oder langfristige Liquiditätsrisiko ergibt sich aus einem Mangel an Fremdkapital, entsteht also auf der Passivseite. Die Gefahr liegt in diesem Fall darin, dass eine Refinanzierung zu überhöhten Preisen durchgeführt werden muss. Daher wird das lang- und mittelfristige Liquiditätsrisiko auch Refinanzierungsrisiko genannt.

Unter dem Begriff Marktliquiditätsrisiko wird schließlich allgemein die Gefahr verstanden, dass Aktiva aufgrund der Marktsituation nicht oder nur mit Verlusten, beziehungsweise ohne den erforderlichen Gewinn liquidiert werden können. Das heißt, es findet sich kein Käufer, der den Vermögenswert zu einem angemessenen Preis kaufen will. Der Aktivposten muss also entweder unter Wert verkauft werden oder der benötigte Erlös fehlt.

Alle genannten Formen des Liquiditätsrisikos stehen in einer wechselseitigen Beziehung, die bei der Risikoanalyse berücksichtigt werden muss. Liquiditätsrisiken ergeben sich auch aus dem Abrufrisiko und dem Terminrisiko. Das Abrufrisiko in Form eines vorzeitigen Abrufs von Einlagen hat ein Refinanzierungsrisiko zur Folge, in Form einer unerwarteten Inanspruchnahme von Kreditlinien ist es ein kurzfristiges Liquiditätsrisiko. Umgekehrt entsteht durch das Terminrisiko nicht rechtzeitig eingehender Tilgungen und Zinszahlungen ein Refinanzierungsrisiko.

Neben den originären Formen entstehen auch derivative Liquiditätsrisiken aus den Erfolgsrisiken, dem Ausfallrisiko, dem Zinsänderungsrisiko und dem Währungsrisiko. Im Zusammenhang mit dem Liquiditätsrisiko werden sie daher auch liquiditätswirksame Erfolgsrisiken genannt.

Refinanzierungsrisiken ergeben sich aber auch aus dem Geschäftsmodell der Kreditinstitute, der Fristentransformation. Geldmittel werden mit kürzeren Bindungsfristen aufgenommen als sie angelegt werden. Das Liquiditätsrisiko besteht hierbei darin, dass die nötige Anschlussfinanzierung unter Umständen nur zu höheren Kosten als geplant möglich ist. Liquiditätsrisiken lassen sich daher nicht vollständig vermeiden und eine laufende Kontrolle ist notwendig. Zu diesem Zweck hat das Basel Committee on Banking Supervision bereits im Jahr 2000 eine Empfehlung veröffentlicht, die auch von deutschen Banken berücksichtigt wird, obwohl sie in Deutschland formal nicht gültig ist.

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