Sofortkontakt? +49 6421 968860
TelefonTelefon Schließen
Sofortkontakt?

Substanzwert

Der Begriff ‘Substanzwert’ bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre den aus der Vermögenssubstanz abgeleiteten Wert eines Unternehmens. Das Substanzwertverfahren bildet eine klassische Methode der Unternehmensbewertung. Dabei wird von der idealtypischen Grundannahme ausgegangen, alle zu bewertenden Vermögensgegenstände eines Unternehmens müssten zum Bewertungszeitpunkt im gleichen Zustand erneut beschafft werden, um das Unternehmen identisch nachzubilden. Synonym zur Bezeichnung Substanzwert wird daher auch vom Reproduktionswert, Rekonstruktionswert, Wiederherstellungswert oder Sachwert gesprochen.

Ableitung aus der Bilanz

Grundlage für die Ermittlung des Substanzwertes bildet die Bilanz. Der Substanzwert ergibt sich daraus nach folgender einfacher Formel:

Substanzwert = (Anlagevermögen + Umlaufvermögen) – Schulden

Bewertung zu Wiederbeschaffungspreisen

Allerdings können die Bilanzansätze nicht ohne weiteres für die Substanzbewertung herangezogen werden. Der bilanziellen Bewertung liegen handels- und steuerrechtliche Vorschriften zugrunde. Dabei erfolgt die Bewertung von Vermögensgegenständen prinzipiell auf der Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten – ggf. unter Berücksichtigung von Abschreibungen. Die Substanzbewertung basiert dagegen auf Wiederbeschaffungskosten zu Tageswerten. Insbesondere im Anlagevermögen können sich hier erhebliche Unterschiede zwischen Wiederbeschaffungs- und Bilanzwerten ergeben. Die Bilanzansätze müssen daher für die Zwecke der Unternehmensbewertung korrigiert werden. Dabei geht es vor allem um die Aufdeckung sogenannter ‘stiller Reserven’. Vermögensgegenstände, die nicht zum betriebsnotwendigen Vermögen gehören, werden mit ihrem Veräußerungswert angesetzt.

Teil- und Vollreproduktionswert

Der Wert eines Unternehmens ist in der Regel mehr als die Summe seiner Vermögensgegenstände. Die Organisation, Marktposition, Humanressourcen und andere Faktoren stellen einen immateriellen Wert (häufig auch Goodwill oder Firmenwert genannt) dar, der sich nicht in den Wertansätzen der einzelnen Wirtschaftsgüter widerspiegelt. Wenn sich die Substanzbewertung ausschließlich auf die Bewertung der materiellen Vermögensgegenstände bezieht, wird häufiger auch vom Teilreproduktionswert gesprochen – im Gegensatz zum Vollreproduktionswert, der zusätzlich immaterielles Vermögen mit berücksichtigt. Er stellt den eigentlichen Substanzwert dar. Die Bewertung des Firmenwertes ist allerdings methodisch außerordentlich schwierig. Es gibt hierfür kaum objektivierbare Maßstäbe, so dass dieser Bewertungskomponenten eine erhebliche Unsicherheit anhaftet. Oft wird daher darauf verzichtet.

Methodisch umstritten

Die Substanzwertmethode ist betriebswirtschaftlich umstritten. Verfechter sehen im Substanzwert eine aussagefähige Orientierungsgröße für einen Unternehmenswert: Dabei wird der Substanzwert je nach Sichtweise und Vergleichsmaßstab sowohl als Höchstwert als auch als Mindestwert interpretiert. Kritiker weisen darauf hin, dass der Wert eines Unternehmens vor allem aus den damit erzielbaren finanziellen Vorteilen resultiere. Konsequenterweise müsse sich die Unternehmensbewertung daher vor allem am künftigen Erfolg und nicht an Wiederbeschaffungswerten ausrichten. Diesem Gedanken folgt das Ertragswertverfahren, das die Bewertung auf der Basis abdiskontierter erwarteter Zahlungsüberschüsse in der Zukunft durchführt. Das Ertragswertverfahren wird heute im Allgemeinen gegenüber der Substanzbewertung präferiert.

Bedeutung bei Börsenstrategien

Dennoch ist der Substanzwert nicht ohne praktische Bedeutung. Er spielt zum Beispiel bei bestimmten Börsenstrategien eine wichtige Rolle. Ebenso wie der Substanzwert sich auf ein ganzes Unternehmen beziehen lässt, kann er auch auf eine einzelne Aktie heruntergebrochen werden. Aus der Relation zwischen Börsenkurs und aktienbezogenem Substanzwert versuchen manche Analysten, Rückschlüsse auf eine Über- oder Unterbewertung von Aktien zu ziehen und entsprechend zu handeln. Dies ist vor allem ein Ansatz der sogenannten Value-Strategie. Dabei geht es darum, gezielt unterbewertete Aktien am Markt zu identifizieren und in diese zu investieren. Anhänger des Value-Ansatzes hoffen darauf, dass der Markt im Zeitablauf zur ‘richtigen’ Bewertung findet und damit die Realisierung von Überrenditen durch entsprechende Kursgewinne möglich ist. Bei der Value-Strategie wird der Substanzwert allerdings nie isoliert betrachtet, sondern es kommen auch noch weitere Kennzahlen zum Einsatz, zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder die Relation von Marktkapitalisierung und Eigenkapital, um geeignete Investments zu finden. Auch dieser Ansatz stößt auf Kritik. Bei weitgehend effizienten Finanzmärkten könne es keine größeren systematischen ‘Fehlbewertungen’ von Aktien geben, da der Markt alle bewertungsrelevanten Informationen kurzfristig berücksichtige, so das Argument. In dieser Sichtweise ist die Value-Strategie – wie auch andere Börsenstrategien – in langfristiger Perspektive sinnlos.

Unsere Neuigkeiten für Sie

Alle unsere Neuigkeiten

Projekte im Fokus

Eigentumswohnungen mit erhöhter Abschreibung in Friedrichroda

Zuhause in der Alexandrinenstrasse 6

Mit dem Schlosspark vor der Haustür, liegt die Villa Klosterberg mitten im Grünen und genießt eine idyllische Aussicht. In der...

Pflegeappartements im Seniorenzentrum Celle bei Hannover

Seniorenzentrum Celle

Das neu zu errichtende Gebäude des Seniorenzentrums in Celle entsteht im Herzen der Stadt Celle. Rund 200 m von der Pflegeeinrichtung Hehlentorstift entfernt...