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Waldemar Wiora
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Leitzins

Unter “Leitzins” wird jener Zinssatz verstanden, den die Zentralbank eines Landes oder Währungsraumes einseitig nach ihren Zielsetzungen gemäß Statuten in ihren periodisch stattfindenden Sitzungen festlegt. Die Festsetzung des Leitzinses erfolgt meist nach objektiven Kriterien wie Inflationsrate, Wirtschaftswachstum oder Arbeitsmarktsituation. Mitunter spielen jedoch auch subjektive Faktoren, wie die Beeinflussung des Wechselkurses einer Währung oder wirtschaftspolitische Lenkungsmaßnahmen, eine entscheidende Rolle. Für den Euro-Währungsraum befindet der 24-köpfige EZB-Rat aus den 18 Notenbankchefs und dem 6 Direktoriumsmitgliedern über die Höhe des Leitzinses.

Der Leitzins ist jener Zinssatz, zu dem die Zentralbank mit den Geschäftsbanken Transaktionen tätigt. In der Eurozone bestehen neben dem bekanntesten Leitzins, nämlich dem Einlagensatz, noch der Hauptrefinanzierungssatz und der Spitzenrefinanzierungssatz. Wird generell vom Leitzins gesprochen, ist immer vom Einlagensatz die Rede. Ein Zinssatz allgemein ist als der Preis des Geldes definiert.

Die Höhe des Leitzinses ist das wichtigste und wirkungsvollste Instrument einer Notenbank zur Steuerung der Geldpolitik und dadurch in weiterer Folge der gesamten Volkswirtschaft. Im Euro-Währungsraum ist die Preisstabilität, gemessen am HVPI (harmonisierter Verbraucherpreisindex), das bestimmende Ziel der Zinspolitik der EZB. Daneben wird die Wirtschaftspolitik unterstützt, sofern das Ziel der Preisstabilität dadurch nicht konterkariert wird. Diese Wirkung von geldpolitischen Entscheidungen einer Zentralbank auf die Wirtschaft wird als Transmissionsmechanismus bezeichnet.

Über den Leitzins wird die gesamtwirtschaftliche Nachfrage der Volkswirtschaft beeinflusst. Vordergründig werden Spar- und Kreditzinsen durch den Leitzinssatz determiniert, dies ist jedoch nur der Anfang einer langen, komplexen Wirkungskette, die in alle Bereiche der Wirtschaft reicht:

  • Hohe Leitzinsen wirken bremsend (kontraktiv), niedrige Leitzinsen expansiv auf die Wirtschaftstätigkeit einer Volkswirtschaft
  • Der Leitzinssatz beeinflusst den Außenwert der Währung und damit die Inflationsrate über die Importpreise von Öl, Rohstoffen und Waren. Währungen mit einem hohen Leitzins wirken auf internationale Investoren attraktiv, wodurch die Nachfrage nach diesen Währungen steigt, Währungen mit niedrigen Zinsen werden tendenziell verkauft (Carry-Trade).
  • Über die Inflationsrate wirkt der Leitzinssatz auf Lohnabschlüsse in der Realwirtschaft und das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte.
  • Immobilienpreise, Aktien und Anleihenkurse werden vom Leitzins stark beeinflusst, da der Leitzins auch den “risikolosen Zinssatz” bestimmt. Der risikolose Zinssatz steuert die Attraktivität von Alternativanlagen und determiniert dementsprechend die Nachfrage nach diesen Investments und damit deren Marktpreise. Als Konsequenz sind Börsenkurse meist eng mit dem Leitzins korreliert und Entscheidungen über den Leitzins sind ein bestimmender Faktor am Kapitalmarkt.

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