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Waldemar Wiora
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Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt oder auch BIP genannt wird aus allen Dienstleistungen und Waren, die innerhalb einer Volkswirtschaft in einem Jahr hergestellt wurden und für den Endverbrauch vorgesehen sind, gebildet. Waren, die nicht sofort weiterverarbeitet sondern gelagert werden, werden beim BIP als Vorratsveränderung berücksichtigt. Bei der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes werden die Leistungen von In- und Ausländern erfasst, wobei das sogenannte Inlandsprinzip angewandt wird. Mit dem Bruttoinlandsprodukt wird die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum ermittelt. Da sich das Bruttoinlandsprodukt nicht nur auf Staaten, sondern auch auf geografische oder administrative Einheiten beziehen kann, werden auch Begriffe wie Bruttoweltprodukt, Gross Provincial Product oder Bruttoregionalprodukt verwendet.

Wie erfolgt die Datenerhebung des Bruttoinlandproduktes / BIPs?

Zweimal im Jahr werden Berechnungen für das jährliche BIP des Vorjahres durch das Statistische Bundesamt vorgelegt. Dies erfolgt im Frühjahr (März/April) und im Herbst (August/September). Im Herbst werden neben den Zahlen des Vorjahres auch frühere Jahre überprüft und meist etwas korrigiert. Im Januar liefert das Statistische Bundesamt für den Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung Zahlen für das gerade abgeschlossene Jahr. Diese beruhen teilweise noch auf Hinzuschätzungen. Ausserdem liefert das Statistische Bundesamt pro Vierteljahr Zahlen und Daten zum BIP und seinen Aggregaten vor.

Nominales und reales Bruttoinlandsprodukt / BIP?

Beim nominalen Bruttoinlandsprodukt wird die Summe der inländischen Wertschöpfung in aktuellen Marktpreisen angegeben. Das BIP ist also von den Veränderungen des Preisindexes der betrachteten Volkswirtschaft abhängig. Bei einer Inflation und daraus steigenden Marktpreisen steigt auch das Bruttoinlandsprodukt. Daraus folgt, dass das BIP bei einer Deflation und sinkenden Marktpreisen ebenfalls sinkt. Eine Inflationsrate von drei Prozent führt also bei einer gleichbleibenden Güterproduktion zu einem nominalen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von ebenfalls drei Prozent. Möchte man das BIP unabhängig von den Veränderungen der Preise betrachten, verwendet man das reale BIP. Alle Dienstleistungen und Waren werden hierbei zu den Preisen eines Basisjahres bewertet (BIP zu konstanten Preisen).

Wie berechnet sich das Bruttoinlandsprodukt / BIP?

Drei verschiedene Wege zur Berechnung des Bruttoinlandsproduktes führen zum Ziel, d.h. alle Berechnungsmethoden haben das gleiche Ergebnis.

Bei der Entstehungsrechnung wird die Produktionsseite dargestellt. Es wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aufgezeigt. Aus der Summe sämtlicher Produktionen abzüglich der Vorleistungen wird die Bruttowertschöpfung ermittelt. Addiert man die Gütersteuern abzügl. Gütersubventionen, erhält man für diese Berechnungsmethode das Bruttoinlandsprodukt. Bei der Verwendungsrechnung ist die Nachfrageseite von Bedeutung. Hier wird die Verwendung der Dienstleistungen und Waren bestimmt. Private Konsumausgaben plus Konsumausgaben des Staates plus Bruttoinvestitionen plus Exporte minus Importe ergibt bei dieser Berechnungsart das Bruttoinlandsprodukt. Bei der Verteilungsrechnung berechnet sich das BIP anhand des entstandenen Einkommens. Anhand des Volkseinkommens erfolgt die Aufteilung. Da in Deutschland keine ausreichenden Angaben über die Unternehmensgewinne vorliegen, wird laut Statistischem Bundesamt keine Berechnung des BIP über die Verteilungsseite vorgenommen.

Das Bruttoinlandsprodukt/ BIP als Indikator:

Die Politik versteht das Wirtschaftswachstum, gemessen als Veränderungsrate des BIP, als Erfolgskriterium. Letztlich handelt es sich aber lediglich um den Vergleich zweier Geldsummen, durch die sich, wenn man die Berechnungsmethoden kennt, Aufschlüsse erhalten lassen, mehr aber auch nicht.

Durch das BIP allein lassen sich keine Aussagen bezüglich Wohlstand und Lebensqualität der Menschen einer Volkswirtschaft machen. Dies liegt u.a. auch daran, dass Faktoren und sozialstaatliche Sicherungssysteme wie z.B. die Gesetzliche Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Krankenversicherung, Zustand der natürlichen Ressourcen, Luftqualität, sozialer Friede, Erholungsgebiete etc. vom BIP nicht erfasst werden.

Bezüglich der Wirtschaftsleistung der Menschen in einer Volkswirtschaft ist die Aussagekraft des BIP zudem sehr ungenau, da die gesamte Schattenwirtschaft (Schwarzarbeit), unbezahlte Tätigkeiten wie Haus- und Familienarbeit, Ehrenämter und Hobbys, Kinderbetreuung, Heimwerken, häusliche Pflege sowie die Subsistenzwirtschaft nicht berücksichtigt werden.

Das BIP spiegelt nicht den Wohlstand einer Volkswirtschaft wider, sondern nur die gehandelte Produktionsleistung. Ein Länder- und Zeitvergleich ist daher auch nur eingeschränkt möglich.

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