TelefonTelefon Schließen

Immobilienblase 2020: Nur eine Überhitzung?

Bereits 2019 diskutierten Experten in Fachartikeln und sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook über eine mögliche Immobilienblase in Deutschland. Der Grund dafür sind die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt, die seit rund zehn Jahren verstärkt zu beobachten sind: günstige Zinsen für Immobilienkredite, hohe Nachfrage und ansteigende Immobilienpreise. Bisher gab es keine Einigkeit unter Immobilienexperten, ob es eine Blase überhaupt gibt. Erfahrene Immobilienprofis sprachen eher von einer Überhitzung regionaler Immobilienmärkte. Wie wahrscheinlich ist eine Immobilienblase im Jahr 2020?

Begünstigende Faktoren

Spekulationen sind die treibenden Kräfte einer Immobilienblase und konnten auf anderen Finanzmärkten schon oft beobachtet werden. Zu hohe Immobilienpreise, die dem eigentlichen Wert nicht entsprechen, lassen die Immobilienblase anschwellen. Übertrifft die Nachfrage nach aber erheblich das Angebot an Immobilien, so sind Käufer mitunter auch bereit, überproportional viel Geld dafür zu zahlen. Begünstigt wird dieser Umstand durch ein extrem niedriges Zinsniveau für Kredite. Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend auch 2020 anhält.

Da die monatliche Belastung geringer ist, fällt auch der Kauf leichter. Durch stetig steigende Immobilienpreise bläht sich die Blase immer mehr auf, bis schließlich ein Maximum erreicht ist. Die Blase platzt, die Preise fallen drastisch. Dieses Szenario wurde 2008/2009 in den USA Realität. Die Immobilienpreise auf vielen Immobilienmärkten brachen dramatisch ein. Menschen verloren ihre Immobilien, da sie deren Finanzierung nicht mehr stemmen konnten. Muss im Jahr 2020 auch in Deutschland mit solch einer Entwicklung gerechnet werden?

Steigende Preise sind kein verlässlicher Indikator

2019 sind die Preise für Immobilien in Deutschland erneut gestiegen. Investoren mussten mehr Geld aufwenden, um in Liegenschaften zu investieren, weswegen im Verlauf des Jahres 2019 der Begriff Immobilienblase immer häufiger in Artikeln deutscher Zeitungen auftauchte.
Die steigenden Preise als alleinigen Indikator für eine Immobilienblase 2020 heranzuziehen, ist jedoch wenig zielführend. Viele erfahrene Immobilienexperten setzen daher auf ein differenziertes Bild. Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren zwar überproportional gestiegen, die Überschussrenditen aber waren im ersten Halbjahr 2019 signifikant positiver als 14 Jahre zuvor. Dies kann als Indiz für keine erhebliche Überbewertung der Immobilienpreise bewertet werden. Bedenkenswert ist ebenfalls, dass Deutschland einen hohen preislichen Spielraum nach oben hatte und noch immer hat. In anderen europäischen Ländern bewegen sich die Preise für Immobilien auf einem höheren Preisniveau. Obgleich Deutschland eines der reichsten Länder der EU ist, waren viele Jahre lang die Immobilienpreise moderat.
Ein weiterer Aspekt betrifft die unterschiedlichen Immobilienmärkte innerhalb Deutschlands. Sie sind sehr heterogen: Auf dem Land muss nur wenig Geld für Immobilien aufgewendet werden. Gleiches zählt für die meisten Regionen in Ostdeutschland. Stark ansteigende Miet- und Kaufpreise verzeichnen vor allem die Metropolen und Großstädte des Landes. Auch dies spricht gegen eine Immobilienblase 2020 und eher für eine regionale Überhitzung einzelner Märkte.

Immobilienblase 2.0?

Für Spekulationen über eine mögliche Immobilienblase 2020 in Deutschland werden gern die USA als Beispiel angeführt. Hier platzte die Blase 2009, was drastische Folgen für die Wirtschaft und die Immobilienbesitzer hatte. Inzwischen hat sich die Situation deutlich entschärft und der Markt konnte sich weitgehend erholen – insbesondere in den beliebten Metropolen wie beispielsweise New York.

Beide Länder und ihre Immobilienmärkte unterscheiden sich erheblich voneinander. Gleiches trifft auf die politischen Rahmenbedingungen zu. Drei Beispiele: Die heftig diskutierte Mietpreisbremse nimmt auf die mögliche Entwicklung einer Immobilienblase 2020 durchaus Einfluss. Sie kann das Preisniveau regulieren und somit einem Aufblähen der Immobilienpreise entgegenwirken. Darüber hinaus existiert im deutschen Steuerrecht die sogenannte Spekulationssteuer. Wer Grundstücke und Immobilien nicht selbst nutzt und weniger als zehn Jahre im Eigentum belässt, muss auf den Gewinn beim Immobiliengeschäft eine Spekulationssteuer zahlen. Bei Eigennutz wird die Steuer nicht angewendet. Zudem kann das Finanzamt einer Person einen gewerblichen Immobilienhandel unterstellen, wenn dieser innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Objekte verkauft. Auch dies hätte steuerliche Konsequenzen. All diese Regularien können die Entwicklung einer Immobilienblase 2020 hemmen.

Niedrigzinspolitik der Banken als Indikator für ein Immobilienblase 2020?

2019 und in den Vorjahren praktizierte die EZB eine Niedrigzinspolitik. In der Tat führte dies dazu, dass mehr Privatpersonen als zuvor einen Immobilienkredit aufnahmen. Das Eigenheim oder die Altersvorsorge sind nun leichter zu finanzieren, da weniger Euro pro Monat für den Kredit abbezahlt werden müssen. Wer sich die Sachlage jedoch genauer anschaut, dem fällt ein weiterer Fakt auf: Wie in den Jahren zuvor setzen die Immobilienkäufer zumeist auf einen Beleihwert von 80 Prozent. 20 Prozent des Kaufpreises bezahlen sie aus ihrem Eigenkapital. Das bedeutet, dass die Kreditnehmer in der Regel solvent sind und über eine gute Bonität verfügen. In den USA war dies seinerzeit anders. Ein großer Teil der Kreditnehmer finanzierte die Immobilie mit einem niedrigeren Eigenkapitalanteil und trotz mangelhafter Bonität sowie geringem Einkommen. Dadurch wurde die Immobilienblase verstärkt. In Deutschland entfällt dieser begünstigende Faktor nahezu komplett.

Vorsprung durch Fachwissen: Expertenmeinungen gewinnbringend nutzen

Obgleich es Anzeichen für eine Immobilienblase 2020 gibt, muss es keine geben. Eine Reihe von Indizien spricht ebenso dagegen. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) stellte jüngst den 6. Immobilienmarktbericht vor. Gemeinsam mit den Gutachterausschüssen ist man sich einig, dass eine Preisblase in Deutschland nicht befürchtet werden muss, wenngleich die Immobilienpreise weiter steigen.
Gleichwohl gilt es, den Immobilienmarkt aufmerksam zu beobachten. Es ist ratsam, sich mit den Chancen und Risiken ausgiebig auseinanderzusetzen und vor einem Immobilien-Investment auch eine Expertise einzuholen. Jedes Investment ist anders und hängt von individuellen Faktoren, dem Standort der Immobilie und natürlich Ihrer persönlichen monetären Situation ab. Nehmen Sie gerne unverbindlich Kontakt zu ESTADOR auf. Unsere erfahrenen Profis stehen Ihnen jederzeit mit ihrem Fachwissen zur Verfügung.

Unsere Neuigkeiten für Sie

Alle unsere Neuigkeiten

Projekte im Fokus

Steuerbegünstigte und moderne Eigentumswohnungen mit KfW Tilgungszuschuss für Kapitalanleger

Ein massiv erbautes Ensemble an der St. Markus-Kirche, das wir qualitativ modernisieren. Profitieren Sie von erhöhten steuerlichen Abschreibungen und einem KfW-Programm mit höheren...

Wohnungen in attraktiver Seniorenresidenz in Aalen-Unterkochen

Wohnungen in attraktiver Seniorenresidenz

In Aalen-Unterkochen entstehen mit dem Projekt „Oberdorfer Hof“ eine Seniorenresidenz mit 41 barrierefreien und altersgerechten...